Ärger mit Cannabis-Kaugummi: „psychotrope Wirkung“

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Von: Josef Ametsbichler

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Wenzel Cerveny betreibt mehrere Hanf-Läden, darunter einen in Baldham (Gemeinde Vaterstetten). Das Foto zeigt ihn vor seinem Laden in München. Foto: Klaus Haag/Archiv

Wenzel Cerveny betreibt mehrere Hanf-Läden, darunter einen in Baldham (Gemeinde Vaterstetten/Kreis Ebersberg) und in Erding. Das Foto zeigt ihn vor seinem Laden in München. Foto: Klaus Haag/Archiv © klaus haag

Eine Ladenkette für Cannabis-Produkte mit Sitz in Vaterstetten muss einen Kaugummi zurückrufen: Er enthält zu viel THC. Die Behörden befürchten psychotrope und gesundheitsschädliche Wirkung.

Baldham – Wenzel Cerveny verkauft in seinem „Hanf-Bioladen“ in Baldham Cannabis-Produkte. Und nicht nur das: Er betreibt nach eigener Angabe Filialen in Erding, München, Rosenheim und acht weiteren Orten bundesweit. Wie legal das Geschäft mit dem Hanf ist, darüber sind sich Cerveny und die Behörden nicht immer grün – immer wieder sind die Läden im Visier von Drogenfahndern, Folge-Prozesse inklusive.

Cannabis-Produkte: THC-Gehalt oft Stein des Anstoßes

Dabei geht es vor allem um den THC-Gehalt der angebotenen Produkte. Tetrahydrocannabinol ist der berauschende Wirkstoff, den die Cannabis-Pflanze produziert. Für die Hanf-Produkte, die Cerveny in seinen Läden vertreibt, gelten daher strikte Obergrenzen. Seine Cannabis-Tees etc. kann man in der Hinsicht etwa mit alkoholfreiem Bier vergleichen.

„Psychotrope Wirkung“, gesundheitsgefährdend: Amt spricht Warnung aus

Nun musste Cerveny aber reagieren: In einem Kaugummi namens „CBD Gum“ des Herstellers Endoca haben behördliche Lebensmittelchemiker nicht nur den legalen, als beruhigend geltenden Inhaltsstoff Cannabidiol gefunden, sondern eben auch 328 Milligramm THC pro Kilo Ware. Zu viel, sagt das Amt und spricht von Gesundheitsgefährdung: Zumindest bei einem Teil der Konsumenten gehe man von einer „sehr wahrscheinlich einsetzenden psychotropen Wirkung“ aus, die etwa reduzierte Reaktionszeit beim Autofahren zur Folge haben könne.

Hanf-Händler aus Baldham kooperiert, aber widerspricht: „Ist nicht gesundheitsgefährdend“

Der Hanf-Händler nimmt die Rückrufpflicht gelassen. Natürlich kooperiere er mit den Behörden. Es handle sich nur um eine Charge des betreffenden Kaugummis; dieser sei ein Nischenprodukt, von dem er ohnehin nicht viel verkaufe. Juristisch stehe der niederländische Hersteller in der Verantwortung. „Gesundheitsgefährdend ist der Kaugummi aber nicht“, betont der Cannabis-Aktivist. Die Grenzwerte in Deutschland seien im Vergleich mit EU-Vorgaben schlicht extrem niedrig angesetzt.

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